Bäume, Sträucher und Hecken im Naturgarten

Nutzgehölze sind im Frühling besonders schön, wie diese Sauerkirschblüte im Bauerngarten beweist. (Quelle L. Domdey)

Wenn der Schnee geschmolzen und der Boden aufgetaut ist, ist die richtige Zeit, um Gehölze zu pflanzen. Die Pflanzung von Bäumen, Sträuchern und ganzen Hecken ist eine wichtige Möglichkeit, den Garten für viele Tier- und Pflanzenarten attraktiv zu machen.

Freilich kommt es nicht nur darauf an, irgendetwas zu pflanzen, damit es grün ist und blüht. Wer ökologische Ansprüche an seinen Garten stellt, der wählt die Gehölzarten bewusst aus und verzichtet auf exotische Nadelgehölze. Das Ideal aus dem Gartenkatalog – ein grüner Rasen mit pflegeleichten Koniferen – ist nicht nur langweilig und steril, sondern auch ökologisch fast wertlos. Leider werden immer noch viele Gärten in Neubaugebieten auf diese Weise angelegt. Wer sich dagegen seine Sensibilität für die Natur bewahrt hat, der pflanzt Obstbäume, heimische Laubbäume und Hecken.

Hecken gehören seit langer Zeit zu den typischen Landschaftselementen der Baar. Durch die intensive Landwirtschaft mussten manche Hecken, die ursprünglich auf Lesesteinriegeln an Grundstücksgrenzen wuchsen, den Maschinen weichen. Deshalb gehören sie mittlerweile zu den bedrohten Lebensräumen. Heckengebiete, wie wir sie beispielsweise in Richtung Bräunlingen noch finden, bedürfen somit in besonderem Maße des Schutzes und der Erhaltung.

Nicht nur in der freien Landschaft sorgt die Hecke für das ökologische Gleichgewicht. Auch im eigenen Garten halten Raubinsekten wie Schlupfwespen oder Laufkäfer, die sich in der Hecke aufhalten, schädliche Insekten in Schach.

Heckenrosen benötigen viel Platz, um sich voll zu entfalten.

Wie wäre es also mit einer vielfältigen Hecke anstatt eines Zaunes am Rand des Gartens? Sie ist nicht nur schön anzusehen sondern gewährt hunderten Tierarten und zahlreichen Pflanzenarten Unterschlupf. Zu den Bewohnern gehören neben Insekten vor allem Vögel und Amphibien. Besondere Heckenfreunde sind unter anderem Grau- und Goldammer und Erdkröte.

Voraussetzung für eine große Artenvielfalt ist die Pflanzung von Straucharten, die hier auf der Baar heimisch sind. Dazu gehören Rote und Schwarze Heckenkirsche, Hartriegel, Kreuzdorn, Weißdorn, Pfaffenhütchen, Wolliger Schneeball, Hunds- und Blaugrüne Rose. Bei Schlehen und Heckenrosen muss man sich allerdings darauf einstellen, sie permanenet mit der Heckenschere in Schach halten zu müssen.

Die Finger sollte man dagegen von Nadelhölzern lassen, insbesondere von Exoten wie Blautanne, Lebensbaum, Zierkiefern. Solche Koniferen sehen das ganze Jahr über gleich steril und langweilig aus. Wie abwechslungsreich ist dagegen eine Laubholzhecke: Im Frühjahr treiben die Blätter aus, nacheinander blühen Schlehe, Weißdorn und Holunder, und im Herbst leuchten bunte Beeren, die Vögel anlocken.

Wer weiß schon, dass unsere heimische Stieleiche Brut- und Nahrungsstätte für 200 Insekten- und 28 Vogelarten ist, während die aus Nordamerika stammende Platane höchstens 4 Insekten- und 2 Vogelarten beherbergt?

Standortgerechtes Pflanzen hat einen weiteren Vorteil: Die Gewächse sind resistenter gegen Krankheiten und brauchen nicht gedüngt zu werden.

Eine Hütte im Garten verbirgt sich hinter Bäumen und Sträuchern, die vielen Kleinvöglen Nistplatz bieten. (Quelle: K.H. Nübel)

Was ist beim Pflanzen einer Hecke sonst noch zu beachten? Am besten pflanzt man außerhalb der Vegetationsperiode, aber der Boden sollte nicht gefroren sein. Deshalb sind Frühling und Herbst die besten Jahreszeiten.

Es empfiehlt sich, das Pflanzgut in einer Baumschule zu kaufen, die auf einheimische Gehölze spezialisiert ist. Nur zu oft stellt sich die bestellte Hundsrose als fremdländische Kartoffelrose heraus, oder anstatt des Wolligen Schneeballs wird eine Schneeballart geliefert, die in China zuhause ist. Welche Arten im Garten geeignet sind, kann man in der neuen Natugartenbroschüre des Umweltbüros nachlesen (www.gvv-donaueschingen.de/naturgarten.html), die demnächst auch gedruckt erhältlich ist.

Eine freiwachsende Hecke benötigt mehr Platz als eine Schnitthecke. Eine Breite von 5 m wäre ideal, aber auch auf 3 m kann man schon einiges tun. Man sollte sich auf jeden Fall verschiedene Gehölzarten beschaffen.

Auf ebenem Boden oder an einer Böschung werden im Abstand von 60 – 100 cm Pflanzlöcher ausgehoben. Beim Einbringen der Pflanzen ist zu empfehlen, jeweils 3 – 5 Gehölze der gleichen Sorte nebeneinander zu setzen. Dadurch wird verhindert, dass langsam wachsende Pflanzen unterdrückt werden.

Wer genügend Platz hat, kann die Hecke auch zweireihig versetzt (Abstand 0,5m – 1,5 m) oder gar dreireihig anlegen, mit einer Baumreihe in der Mitte. Damit die Jungpflanzen ungestört wachsen können, umgibt man sie mit einer Mulchschicht aus Laub- oder Rasenschnitt. Mit der Zeit werden sich in solch einer Naturhecke Frühblüher wie Schlüsselblume oder Buschwindröschen ansiedeln.

Als Ersatz für den Gartenzaun wird mancher lieber auf eine Schnitthecke zurückgreifen. Sie benötigt zwar weniger Fläche, ist jedoch aus ökologischer Sicht nicht so vielseitig. Damit sie gleichmäßig geschnitten werden kann, besteht eine solche Hecke in der Regel aus nur einer Pflanzensorte. Geeignet sind Rot- oder Hainbuche, Weißdorn, Liguster oder Feldahorn. Durch das häufige Schneiden kommen die Pflanzen allerdings meistens nicht zum Blühen.

Was kann man tun, wenn kein Platz mehr im Garten da ist für einen Obstbaum oder einen anderen Laubbaum? Hierzu ein Tipp: Das nächste Weihnachtsfest kommt bestimmt. Wer sich seine Blautanne als Christbaum ins Wohnzimmer holt, gewinnt im Garten Platz für einen Apfelbaum.

Gerhard Bronner

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