Klimabündnis 

Die Städte Donaueschingen, Bad Dürrheim und Hüfingen sind seit vielen Jahren Mitglied im „Klimabündnis der europäischen Städte mit den indigenen Völkern der Regenwälder“ (www.klimabuendnis.org).Jährlich wird ein Regenwaldschutzprojekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt in Peru unterstützt.

Die Mitgliedsstädte des Klimabündnisses haben sich verpflichtet, umfassend auf die Reduktion treibhauswirksamer Gase hinzuwirken und den Schutz der Regenwälder zu unterstützen. Sie achten nicht nur bei den städtischen Liegenschaften auf hohe Energieeffizienz und umweltschonende Energieversorgung, sondern fördern und begünstigen die Nutzung regenerativer Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung.

Klimaschutzkonzepte

Um den Klimaschutz systematisch angehen zu können, sind kommunale Kliamschutzkonzepte ein sinnvoller Weg. Bereits 1992 hat Donaueschingen ein Klimaschutzhandlungsprogramm verabschiedet.
In den Jahren 2010 bis 2012 wurde ein umfassendes Klimaschutzkonzept für die Städte Donaueschingen, Hüfingen und Bräunlingen erarbeitet, das vom Bundesumweltministerium gefördert wurde. Die Abschlussberichte der einzelnen Teile sind hier dokumentiert.
Es listet eine große Zahl von Maßnahmen auf, die die Städte in ihren Gebäuden und anderen Einrichtungen durchführen kann, um Energie zu sparen. Weitere Bausteine umfassen Energieeffizienz im Gewerbe, die Optimierung von Biogasanlagen und eine Werbekampagne für Hausbesitzer zur Energiesanierung. In Bad Dürrheim besteht ein Klimaschutzteilkonzept, das die städtischen Gebäude umfasst.

Das für den GVV erarbeitete Klimaschutzkonzept umfasst die folgenden Bausteine:

1.) Untersuchung der Innenbeleuchtung auf Energiesparmaßnahmen

Auftragnehmer: Ingenieurbüro Greiner aus Konstanz

Durch den Auftragnehmer wurden sämtliche städtische Liegenschaften der drei Städte auf Einsparpotenziale bei der Innenbeleuchtung untersucht. Die vorhandene Beleuchtung wurde aufgenommen, es wurde definiert, wo Erneuerungsbedarf ist und wo nicht und es wurden Wirtschaftlichkeitsberechnungen dargestellt. Bei ca 20 % der vorhandenen Leuchten wird ein Austausch vorgeschlagen, bei dem mit Stromverbrauchseinsparungen von rund 30 % zu rechnen ist. Die Ergebnisse werden sukzessive durch die städtischen Bauämter umgesetzt. In Donaueschingen wurde bereits die Beleuchtung in einem städtischen Kindergarten und im Gymnasium ausgetauscht. Für beides wurde ein Zuschuss aus der Klimaschutzinitative beantragt und bewilligt.

Abschlussbericht

2.) Optimierung bestehender Biogasanlagen

Auftragnehmer: Novatech GmbH

Es wurden 12 Anlagen untersucht, bewertet und es wurden Optimierungsmaßnahmen vorgeschlagen. Insbesondere wurden Vorschläge zur verbesserten Wärmenutzung unterbreitet. Bei einer Anlage wurde vorgeschlagen, Gasleitungen zu einem gewerblichen Abnehmer in Neudingen zu bauen und dort ein BHKW zu betreiben. Diese Idee wurde mittlerweile bereits realisiert.

In einem anderen Fall hat sich die vorgeschlagene Auskopplung von Wärme als nicht machbar herausgestellt. Vorschläge zu weiteren Anlagen bedürfen noch der näheren Prüfung. Es wurden auch Aussagen zu Methanemissionen aus den Anlagen gemacht. Emissionen durch Stillstand werden durch die demnächst kommende Nachrüstpflicht für Gasfackeln vermieden. Hinsichtlich der Abdeckung von Gärrestlagern werden noch Finanzierungsmöglichkeiten gesucht.

Abschlussbericht!

3.) Energieanalysen kommunaler Gebäude

Auftragnehmer: Energiebüro 21

105 Gebäude wurden untersucht und alle denkbaren Energiesparmaßnahmen berechnet und bewertet. Es wurden 154 rentable Maßnahmen identifiziert.
Würden alle rentablen Maßnahmen umgesetzt, so würde das in Donaueschingen 4,06 Mio € kosten und 2 Mio kWh pro Jahr an Energie sparen. In Bräunlingen sehen die entsprechenden Zahlen wie folgt aus: Die Umsetzung der rentablen Maßnahmen kostet 1,23 Mio € und bringt 761.000 Mio kWh pro Jahr an Energieeinsparung. In Hüfingen wurden folgende Zahlen ermittelt: Die Umsetzung der rentablen Maßnahmen kostet 959.000 Mio € und bringt 352.000 Mio kWh pro Jahr an Energieeinsparung.
Die Ergebnisse werden seither sukzessive umgesetzt. Beispielsweise wurden in Donaueschingen Heizungspumpen ausgetauscht und in vielen Gebäuden hydraulische Abgleiche durchgeführt.

Abschlussbericht!

4.) Wärmekataster – Nahwärmenetze

Auftragnehmer: K-Group München

Um die Potenziale neuer Nahwärmenetze zu erheben, beteiligte sich der GVV an der Nahwärmeinitiative des Umweltministeriums und der Firma K-Group. Sie erstellte einen Wärmekataster und hat daraus besonders für Nahwärme geeignete Gebiete ermittelt. Als besonders aussichtsreich haben sich einige Gewerbegebiete und Gebiete mit verdichteter Wohnbebauung herauskristallisiert.
Erste Umfragen bei potenziellen Abnehmern haben Gebieten keine ausreichende Resonanz gebracht, um die Einrichtung eines Wärmenetzes zu ermöglichen.

Abschlussbericht!

5.) Energieoptimierung Kläranlage

Auftragnehmer: Energiebüro 21

Die Energieströme in der Kläranlage wurden umfassend untersucht, dokumentiert und auf Optimierungspotenziale untersucht. Insbesondere bei der Belüftung und beim Blockheizkraftwerk wurden Verbesserungsmöglichkeiten ermittelt, die sukzessive umgesetzt werden sollen.

Abschlussbericht!

6.) Optimierungspotenziale bei Pumpwerken

Auftragnehmer: Fa Hydro-Elektrik

Die Pumpwerke der Abwasserentsorgung und der Trinkwasserversorgung gehören zu den größten kommunalen Stromverbrauchern. Bei allen 10 Pumpwerken im Gemeindeverwaltungsverband wurden durch detaillierte Messungen die Wirkungsgrade der einzelnen Komponenten ermittelt. Die Gesamtwirkungsgrade lagen zwischen 40 % und unter 10 %.
Es wurde ermittelt, welche Einsparungen durch Pumpenerneuerung, Anpassung der Pumpenleistung und Steuerung des Pumpvorganges möglich sind. Mit einem Investitionsvolumen von 268.864 € können jährliche Einsparungen von 61.979 € erreicht werden. Gleichzeitig würde die Emission von 205 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden (17,7 %). Einige der Maßnahmen wurden bereits umgesetzt. Durch die Erneuerung des Abwasserpumpwerkes Pfohren konnte der Stromverbrauch beispielsweise um etwa die Hälfte verringert werden.

Abschlussbericht!

7.) Gewerbevernetzung

Auftragnehmer: Klimaschutz- und Energieagentur des Landes Baden-Württemberg

Die Klimaschutz- und Energieagentur des Landes wurde damit beauftragt, nach Potenzialen für mehr Energieeffizienz durch die Vernetzung von Gewerbebetrieben zu suchen. Die ursprüngliche Idee ließ sich nicht realisieren, da nur von einzelnen Gewerbebetrieben die nötigen Daten geliefert wurden.
Stattdessen wurde mit Hilfe von Betriebsbegehungen in sechs Betrieben versucht, betriebsinterne Einsparmöglichkeiten aufzufinden. Ein Betrieb hatte seine Energieströme bereits weitgehend optimal organisiert. In drei Betrieben wurden erhebliche Einsparmöglichkeiten aufgedeckt, namentlich durch Wärmerückgewinnung. Mittlerweile wurden diese Potenziale umgesetzt. In zwei Betrieben war es nicht möglich, die für eine fachgerechte Beurteilung ausreichenden Informationen zu erhalten. Den Betrieben wurde empfohlen, mit externer Hilfe selbst am Thema weiterzuarbeiten. Aus der Bearbeitung ergab sich die Idee, ein „Energie-Effizienz-Netzwerk“ einzurichten, in dem sich die Energieverantwortlichen von Gewerbebetrieben regelmäßig treffen und Erfahrungen austauschen.
Dieses „Energie-Effizienz-Netzwerk“ ist mit zehn beteiligten Betrieben erfolgreich gestartet; die jeweiligen Energiexperten treffen sich seither zweimal jährlich. Das Netzwerk wurde mittlerweile als ,,Arbeitskreis Energie“ in die Verantwortung der IHK überführt, die es auf die ganze Region Schwarzwald-Baar-Heuberg ausgeweitet hat.

Umweltbüro/Energie

Abschlussbericht!

8.) Öffentlichkeitskampagne Energiesanierung im Altbau

Auftragnehmer: Umweltforschungsinstitut Tübingen

Im Sommer 2010 beauftragte das Umweltbüro des Gemeindeverwaltungsverbands Donaueschingen das Umweltforschungsinstitut Tübingen, ufit, mit der Erarbeitung der Konzeption einer Kampagne zur Steigerung der Sanierungsquote im Altbaubestand auf der Südbaar. Daneben hat ufit auch die Durchführung der Kampagne begleitet.

Im Mittelpunkt der Kampagne stand ein Netzwerk aller am Bau beteiligter Planer, Berater, Handwerker und Finanzierer sowie ein von den Netzwerkpartnern geförderter Bauherrenbonus (angelehnt an die Region wurde er BA(A)R-BONUS genannt).

Unter dem Motto „Mein HAUS hat ZUKUNFT“ startete die Kampagne im November 2010.
Bis Ende Februar 2011 etablierte sich ein Netzwerk mit insgesamt rund 45 Partnern, darunter etwa 25 Handwerksbetriebe aus dem Städtedreieck, 15 Planungs- und Energieberatungsbüros sowie den ortsansässigen Banken. Mit dabei waren auch die Firma Sto AG als Produzent und die Fa. Stark als regionaler Baustoffhändler.

Insgesamt waren 65 Bauherren bei der Kampagne registriert, die etwa 100 Maßnahmen umsetzten. Da auch zahlreiche Maßnahmen außerhalb der Kampagne umgesetzt wurden, kann von etwa 300 realisierten Gebäude-Energiesparmaßnahmen ausgegangen werden.

Abschlussbericht!

9.) Evaluation Energiesparmaßnahmen

Auftragnehmer: Energiebüro 21

Für 16 in den letzten Jahren realisierte Energiesparmaßnahmen in öffentlichen Gebäuden wurde ermittelt, inwieweit die prognostizierten Einsparungen energetischer und finanzieller Art tatsächlich eingetreten sind.
Es hat sich gezeigt, dass bei den meisten der Maßnahmen die Prognosen zur Energieeinsparung eintrafen oder sogar noch übertroffen wurden. Dies spiegelt sich auch in den zumeist überschaubaren Amortisationszeiträumen wider.

Grundsätzlich hat die Evaluation gezeigt, dass sich die Energiesparinvestitionen bewährt haben und weitere Maßnahmen zügig umgesetzt werden sollten.

Abschlussbericht!

10.) Prüfung von Stromeinsparpotenzialen in EDV-Anlagen

Auftragnehmer: ratio IT

Fünf Computernetzwerke in Rathäusern und Schulen mit insgesamt 240 Arbeitsplätzen wurden auf Einsparpotenziale untersucht. Hierzu wurden mit Hilfe der Software CITEM die Aktivitäten der an das Netzwerk angeschlossenen Geräte analysiert und ausgewertet.
Die folgenden günstigen Energiesparmaßnahmen werden vorgeschlagen:

  • Aktivierung der Energiesparmodi „Bildschirm- und Festplattenabschaltung“
  • Master-Slave-Steckdosen für Arbeitsplätze
  • Zeitschaltuhren für die Drucker
  • Rückmeldungen an Nutzer über Nutzerverhalten

Mit diesen Maßnahmen können 46 % der Stromkosten bzw. ca. 6400 € pro Jahr eingespart werden.
Weitere Einsparungen sind möglich, wenn bei Neubeschaffungen konsequent auf sparsamen Stromverbrauch geachtet wird. Dies betrifft die einzelnen Geräte, aber auch die Struktur des Netzwerks (Thin Clients statt Fat Clients). Dann könnten nochmals ca. 4000 € pro Jahr gespart werden und der Stromverbrauch würde sich auf etwa 20 % des jetzigen reduzieren.
In die Serverräume sollten Anlagen zur Kühlung mit Außenluft eingebaut werden, da so der energieintensive technische Kühlbedarf deutlich reduziert werden kann.

Abschlussbericht!

 

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