Auch wenn der letztjährige Sommer feucht war: Oft herrscht auf der Baar mit ihrem kontinentalen Klima eher Wassermangel. Wenn sich die Klimatologen nicht irren und die Temperaturen in den nächsten Jahren weiter ansteigen, dürften extreme Trockenheiten künftig noch häufiger werden. Auch wenn in Donaueschingen das Trinkwasser noch nichts so schnell knapp wird: ein sparsamer Umgang damit ist allemal sinnvoll.

Gerade im Sommer ist die Situation besonders kritisch. Die Schüttung der Quellen lässt nach, gleichzeitig steigt aber der Bedarf der Haushalte. Denn zum normalen Verbrauch für Waschzweke und die Toilettenspülung kommen dann noch ganz erhebliche
Mengen für die Bewässerung des Gartens.

Tannenwedel, eine seltene einheimische Wasserpflanze im Gartenteich. (Quelle: K.H. Nübel)

Wer hierzu freilich Leitungswasser verwendet, ist selbst schuld daran, dass er dafür Wasser- und Abwassergebühren zahlen muss. Mit vergleichsweise wenig Aufwand lässt sich nämlich ein kostenloses Wasserreservoir erschließen: Regenwasser vom Dach. Wenn man in die Dachrinnen Klappen einbaut, lässt sich das ablaufende Wasser bequem in Tonnen leiten und fürs Gießen des Gemüsegartens verwenden. Mit einigen Fässern lassen sich so kleinere Trockenzeiten überbrücken.

Wer mehr Wasser speichern will, kann sich einen unterirdischen Betontank installieren lassen, wie sie von einer Donaueschinger Baufirma angeboten werden. Der fasst dann gleich mehrere Kubikmeter Wasser, allerdings ist Kauf und Einbau nicht ganz billig. Am einfachsten ist die Installation noch während der Bauzeit eines Hauses, bevor der Garten angelegt ist. Für die Gartenbewässerung braucht man freilich in diesem Fall noch eine Pumpe.

In manchen Baugebieten wird inzwischen der Bau von Regenwasserzisternen sogar schon vorgeschrieben. Dadurch soll wertvolles Trinkwasser gespart werden.

Für ganz ausgefuchste Wassersparer gibt es auch die Möglichkeit, solchermaßen gesammeltes Regenwasser für Brauchwasserzwecke im Haushalt zu verwenden (Waschmaschine, Toilettenspülung). Wegen der Abwassergebühr muss man sich dies freilich von der Stadt genehmigen lassen. An verschiedenen Stellen lassen sich Filter einbauen. Oder aber man sorgt dafür, dass der erste Schwall Regenwasser vom Dach, der meist stark verschmutzt ist, nicht mit aufgefangen wird und das Wasser erst nach einer Viertelstunde in die Tanks gelangt.

Egal ob das Wasser für den Garten nun vom Hausdach oder vom Wasserwerk stammt: ein sparsamer Umgang damit ist das A und O. Wer in der größten Mittagshitze gießt, tut seinen Pflanzen kaum etwas Gutes: das meiste Wasser wird gleich wieder verdunsten. Viel effektiver ist es, am Abend zu gießen, wenn es wieder kühl wird.

Molche sind typische Bewohner eines ökologisch gut gelungenen Gartenteichs. Sie stehen unter Naturschutz. (Quelle: K.H. Nübel)

Beim Gießen hat der Gemüsegarten Priorität vor dem Rasen. Wenn das Gras in einem trockenen Sommer einmal braun wird, schadet das nicht viel: die Wurzeln überleben allemal. Der Wasserbedarf ist übrigens ein weiteres Argument für eine nur selten gemähte Blumenwiese und gegen den kurzgehaltenen Rasen. Denn eine Wiese verträgt einige Wochen Trockenheit viel besser.

Nicht jeder hat die Möglichkeit, in seinem Garten einen größeren Gartenteich anzulegen. Jeder aber kann zumindest eine kleine Wasserfläche als Vogeltränke oder Vogelbad schaffen, und sei es nur eine vergrabene Schüssel. Gerade im Sommer, wenn Kleingewässer in der freien Landschaft vielfach ausgetrocknet sind, sind solche Pfützen eine Attraktion für Vögel. Vom Fenster aus kann man dann einer Amsel beim Trinken oder einem Spatz beim Bad zusehen. Und auch für eine Reihe von Insektenarten wie Schmetterlinge und Bienen ist selbst die kleinste Wasserfläche noch interessant.

Gerhard Bronner

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