Wer hat den schönsten Naturgarten

Üppiger Bauerngarten in Hubertshofen. Bildquelle: Holger von Briel

Der Gemeindeverwaltungsverband Donaueschingen-Hüfingen-Bräunlingen hat für 2010 einen Naturgartenwettbewerb ausgeschrieben. Gesucht werden Gärten, in denen man nicht mit Rasenmäher und Heckenschere die Natur zurechtstutzt, sondern in denen der private Erholungsraum, Blumen- und Gemüsebeete und vielerlei Kleinbiotope eine harmonische Einheit bilden. Im Juni wird eine Kommission aus Fachleuten und Gemeinderäten die Gärten der Wettbewerbsteilnehmer begutachten und bewerten. Die Hauptgewinner erhalten Einkaufsgutscheine für selbstvermarktende Betriebe im Städtedreieck im Wert von 500, 300 und 200 €, die weiteren Teilnehmer erhalten Anerkennungspreise im Wert von 30 €. Eine Liste der Betriebe, die die Gutscheine einlösen, ist auf der Homepage des Wettbewerbs hinterlegt.

Um den Teilnehmern Hilfestellungen zu geben, soll in einer Serie von Presseartikeln geschildert werden, auf was es ankommt und wie man seinem Naturgarten noch den letzten Schliff geben kann. Außerdem informiert eine neue Broschüre zum Thema Naturgarten, die ab April in den Rathäusern erhältlich ist.

Anmeldungsformulare für den Wettbewerb gibt hier auf unserer Seite, auf den Rathäusern Donaueschingen, Hüfingen und Bräunlingen sowie im Umweltbüro (Karlstraße 49, Donaueschingen).

Ziel des Naturgartens ist es, einer möglichst großen Zahl von heimischen Pflanzen und Tieren eine Lebensmöglichkeit einzuräumen. Durch eine geschickte Gestaltung lassen sich auch auf einer begrenzten Fläche wertvolle Lebensräume schaffen. Manchmal genügen schon kleine Veränderungen, um ein Heim für Singvögel, Amphibien und Schmetterlinge zu schaffen.

Anhand der folgenden Fragen gilt es, erst einmal zu überlegen, welchen ökologischen Wert der Garten bisher hat und wo Ansatzpunkte zur naturnaheren Gestaltung liegen:

  • Bleibt wenigstens ein Teil des Rasens vom Mäher verschont, damit Wildblumen wie Storchschnabel und Margerite wachsen können? Sie sind nicht nur ein Blickfang für’s Auge, sondern wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Tierarten.
  • Wie sieht es mit heimischen Gehölzen aus? Typische Gewächse der Baar, wie Schneeball oder Kreuzdorn, sind bei Vögeln gefragter als Rhododendron, Thuja und Blautanne.
  • Wo könnte man versiegelte Flächen (z. B. Wege, Autoabstellplatz, Garagendach) renaturieren, damit das Regenwasser versickern kann? Eine Regenwassertonne lässt sich leicht an die Fallrohre der Dachrinne anschließen. So kann Trinkwasser gespart werden.
  • Wie sieht es mit Torf aus? Reiner Torf ist nährstoffarm und versauert den Boden. Düngetorf enthält Kunstdünger. Durch den Verzicht auf Torf werden wertvolle Moorlandschaften geschützt. Wie wäre es deshalb mit Kompost oder Rindenmulch zur Bodenverbesserung? Ein Komposthaufen spart die Braune Tonne.
  • Mit Schädlingen werden auch Nützlinge vernichtet. Wird deshalb der Griff zur chemischen Keule vermieden? Lieber standortgerecht pflanzen, biologische Pflanzenschutzmittel (Jauchen und Extrakte) verwenden und ein paar Läuse mehr in Kauf nehmen, als mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.
  • Bietet der Garten außer Meisen auch noch anderen Tieren wie Igeln, Insekten oder Fledermäusen Quartier?
    Dient der Zaun nur als Grenzlinienmarkierung oder könnte man stattdessen eine Hecke anpflanzen? Gibt es für Igel die Möglichkeit, ungehindert ins Nachbargrundstück zu gelangen?
  • Dürfen an der Hauswand Kletterpflanzen emporwachsen? Ein intaktes Mauerwerk wird dadurch nicht geschädigt.

Gärten, die eine abwechslungsreiche Oberflächenstruktur aufweisen, sind nicht nur optisch reizvoll. Dort können von der Trockenmauer bis zum Feuchtbiotop viele unterschiedliche Kleinbiotope entstehen. Wir sollten der Natur die Chance geben, sich selbst zu entfalten. „Leben und leben lassen“ lautet deshalb die Devise für Naturgärtner.

Schließlich brauchen unsere eigenen Bedürfnisse nicht zurück zu stehen: Die Frühstücksecke oder die Spielfläche für Kinder können ohne weiteres integriert werden, und auch Gemüsebeete haben ihre Berechtigung.

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