Hier bieten wir Ihnen Informationen zur naturnahen Gestaltung eines Gartens und wünschen Ihnen hierbei viel Spaß und Erfolg! Unsere Naturgartenbroschüre bietet Hinweise zur naturnahen Gartengestaltung. Sie ist in den Rathäusern und beim Umweltbüro erhältlich und kann auch hier (Naturgartenbroschüre 2010) heruntergeladen werden. Ziel eines Naturgartens ist es, einer möglichst großen Zahl von heimischen Pflanzen und Tieren eine Lebensmöglichkeit einzuräumen und so Begegnungen mit der Natur vor der Haustür zu ermöglichen. Durch eine geschickte Gestaltung lassen sich auch auf einer begrenzten Fläche wertvolle Lebensräume schaffen. Manchmal genügen schon kleine Veränderungen, um ein Heim für Singvögel, Amphibien und Schmetterlinge zu schaffen.

In einem naturnahen Garten sollten auch einheimische Gehölze angemessen vertreten sein. Auch wenn Exoten manchmal prächtiger blühen oder wintergrün sind: die einheimischen Arten bieten mehr Lebensmöglichkeiten und Nahrung für Insekten, Vögel und andere Tiere. In vielen Bebauungsplänen ist die Pflanzung von Mindestanteilen einheimischer Gehölze vorgeschrieben.

Listen geeigneter Baum-, Strauch- und Obstarten sind hier hinterlegt.

 

Schottergärten

Als Schottergarten bezeichnet man eine Gartenfläche, die großflächig mit Steinen bedeckt ist. Hierbei kommt meist gebrochenes, scharfkantiges Gestein aber auch Kies, Geröll oder Splitt zum Einsatz. Im Unterschied zu klassischen Kies- und Steingärten steht nicht die Vegetation im Vordergrund, sondern eine Gartenfläche, die als ordentlich wahrgenommen und einen geringen Pflegeaufwand verursachen soll.

Meist sind kaum Pflanzen vorhanden und wenn doch, sind diese streng geformt und geschnitten. Es ist fraglich, ob Schottergärten überhaupt als Gärten eingestuft werden sollen, da Pflanzen kaum bis gar keine Rolle spielen.

Schottergärten sind illegal und völlig wertlos für die Natur

Laut der Landesbauordnung sind „unbebaute Flächen als Grünflächen anzulegen oder anderweitig zu begrünen“, was im Falle der Schottergärten nicht erfüllt wird.

Diese sind biologisch gesehen tot, da der Boden meist abgetragen und mit Schotter gefüllt wird, wodurch keine Pflanzen mehr wurzeln können. Zusätzlich wird unter dem Schotter oft noch eine Abdeckung eingebracht, wodurch die Fläche so gut wie versiegelt wird. Insekten, Eidechsen, Spinnen und Wildpflanzen finden nicht wie in richtigen Steingärten, die als Nachbildung natürlicher Lebensräume biologisch wertvoll sind, einen Lebensraum.

Kirschlorbeer oder Thuja, die vereinzelt in solchen Gärten gepflanzt werden, sind ebenfalls wertlos für heimische Tierarten.

Stadtklima und Natur leiden unter den Steinwüsten

Die Steine der Schottergärten speichern im Sommer die Wärme der Sonne und tragen dadurch zur Überhitzung der Städte bei. Dabei könnten sie als Grünflächen die Temperaturen ausgleichen und so dem Klimawandel und seinen Folgen entgegenwirken. Da durch die großen Baugrundstücke sowieso schon eine erhebliche Fläche versiegelt wird, ist es unverantwortlich, die verbleibende Fläche zusätzlich noch zu versiegeln und dadurch noch mehr wichtigen Lebensraum zu untergraben.

Auf der Facebook Seite „Gärten des Grauens“ von Ulf Soltau können Bilder mit schlimmen Beispielen hochgeladen werden. Hier gibt es neben Steinwüsten auch Betonbeete und Riesengartenzwerge zu sehen.

 

Presseartikel

Im Rahmen eines Naturgartenwettbewerbs im Jahr 2010 wurden die nachfolgenden Presseartikel publiziert.

Dokumente

Naturgartenbroschüre 2010, PDF 7,7 MB

Weiterführende Links

Naturgarten e.V.
NABU: Ökologisch Leben – Balkon & Garten

Begeisterung für den Naturgarten und seine Bewohner kann dieser Artikel wecken, der Anfang 2016 im Magazin Chrismon erschienen ist:

Artikel: Ich rette die Natur!

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