Der Klimawandel lässt keinen kalt. Unter dem Menschen gemachten Klimawandel leiden nicht nur die Menschen selber, sondern auch alle anderen Lebewesen, egal ob im Wasser oder an Land. Wasser ist eigentlich Leben. Wenn es aber zu heiß wird, wird es zur Todesfalle. An vielen Gewässern fehlt es immer noch an Schatten spendenden Gehölzen.
Auch hier erst mal eine gute Nachricht: Es ist gesetzliche Pflicht, Gewässer durch die Pflanzung von Gehölzsäumen vor thermischer Belastung zu schützen. Dies ist im Wasserhaushaltsgesetz und auch im Wassergesetz festgeschrieben.
Im GVV wurde in den letzten Jahren bereits einiges an Gehölzen an Gewässern gepflanzt. Es gibt Pläne für die weitere Bepflanzung an Gewässern im GVV in den kommenden Jahren. Und soweit wie möglich werden diese Pläne auch fortlaufend umgesetzt.
Die Probleme für die teilweise leider nur schleppenden Fortschritte bei der Bepflanzung der Gewässer sind vielgestaltig:


- Viele Gewässer und Gewässerabschnitte haben kaum einen Gewässerrandstreifen, der in städtischer Hand ist. Wenn Gewässer und Gewässerrandstreifen in kommunaler Hand sind, besteht eine viel größere Chance, diese zu bepflanzen.
- Es gibt leider nur eine geringe Bereitschaft von Privat-Eigentümern, einen auch nur schmalen Gewässerrandstreifen an die Kommune zu verkaufen.
- Positiv ist: Kommunen können bei Verkauf eines Gewässergrundstückes ihr Vorkaufsrecht nutzen, um Gewässerrandstreifen anzukaufen. Diese Möglichkeit wird auch genutzt.
- Die Wiesen werden oft bis an die Oberkante des Gewässers gemäht, so dass nicht einmal mehr ein Bestand aus Schilf und Hochstauden stehen bleibt. Auch bestehende, junge Gehölze werden bei der Mahd zum Teil nicht verschont. Kontrollen können aus Kapazitätsgründen leider nicht flächendeckend erfolgen.
- Teilweise fehlt Kommunen – trotz klarem Willen zur Umsetzung der nötigen Bepflanzungen – aufgrund der angespannten Haushaltslage schlicht das Geld, um Gehölze zu pflanzen.
- Erwähnt werden muss hier auch, dass einzelne Naturschutzbereiche Zielsetzungen verfolgen, die sich nachteilig auf andere Zielsetzungen auswirken können. So wurde im Bereich des GVV so mancher Bachabschnitt aus der geplanten Bepflanzung herausgenommen, um eine offene Landschaft für Feldvögel zu erhalten. Dies geht dann zu Lasten einer kühlenden Beschattung für die Fließgewässer.
- Seit Jahren ist zu beobachten, dass neu gepflanzte Gehölze zunehmend Probleme haben, anzuwachsen. Im Frühjahr wird meist schon gar nicht mehr gepflanzt, da zum Sommer hin Trockenheit droht und die Pflanzen Gefahr laufen, zu verdorren. Zudem haben einige Gehölzarten massive gesundheitliche Probleme. Verschiedene Erkrankungen lassen Eschen und mittlerweile auch die Schwarzerlen sterben.

Folgen für Fische und Kleinstlebewesen in Gewässern
Der Klimawandel nimmt zusehends Fahrt auf. Durch die anhaltenden Trockenheits- und Hitzephasen sinken auch die Pegel, was den Effekt der Erhitzung der Gewässer noch verstärkt. Die Gewässer erwärmen sich ohne Beschattung um etliche Grade stärker als Gewässer mit Beschattung.
Wassertemperaturen über 24° Celsius sind zum Beispiel für Forellen lebensbedrohlich.
Und wenn das Bachbett austrocknet, sterben alle darin befindlichen Tiere.

