GVV unterstützt Projekt für mehr Wohnraum durch clevere Umnutzung

  • Startschuss für Projekt „Aus Alt mach zwei und mehr“ im Gemeindeverwaltungsverband
  • Architekten zeigen Hausbesitzern Möglichkeiten für einen Umbau auf
  • Erstberatungen werden mit bis zu 400 Euro gefördert
  • Interessierte können sich beim Umweltbüro melden!
Ziel des Projektes Aus Alt mach zwei ist es, mehr Wohnraum in bestehenden Gebäuden zu schaffen. Das wird vom Land gefördert
Ziel des Projektes „Aus Alt mach zwei und mehr“ ist es, mehr Wohnraum in bestehenden Gebäuden zu schaffen. Das wird vom Land gefördert.

Viele Menschen leben allein oder zu zweit in Häusern, die einst für eine ganze Familie gebaut wurden. Die Kinder sind ausgezogen, viele Räume bleiben ungenutzt. Gleichzeitig suchen Paare, Studenten oder Alleinstehende dringend nach bezahlbarem Wohnraum. Das Projekt „Aus Alt mach zwei und mehr“ bietet eine Lösung: Durch die clevere Umgestaltung bestehender Ein- oder Mehrfamilienhäuser können neue Wohnmöglichkeiten geschaffen werden – ressourcenschonend, nachhaltig und zukunftsorientiert.

Bestehendes neu nutzen

Das Umweltbüro Donaueschingen bringt dieses bewährte Konzept auf die Südbaar. Ziel ist es, Hauseigentümer/innen dabei zu unterstützen, ungenutzten Wohnraum im bestehenden Baubestand sinnvoll zu nutzen. Durch Umbau und Modernisierung lassen sich Gebäude häufig in zwei oder mehr Wohneinheiten aufteilen, ohne dabei neue Flächen zu versiegeln oder das Ortsbild zu verändern.

Das Projekt soll ein Anstoß sein, ein erster Schritt, denn Eigentümern fehlt es meist an einer Idee für eine Umgestaltung, an Expertise oder schlichtweg an den Möglichkeiten, um solch ein Projekt in Angriff zu nehmen. Genau hier setzt das Umweltbüro an. Das Projekt soll die Menschen begleiten und mit fachkundigen Architekt/innen zusammenbringen.

Ein zusätzlicher Vorteil: Durch die Schaffung mehrerer, kleiner Wohneinheiten können Eigentümer im Alter häufig länger in ihrem Zuhause wohnen bleiben. Sie leben nicht mehr alleine im Haus, Kosten und Aufgaben verteilen sich auf mehrere Schultern.

Bis zu 400 Euro Zuschuss für Erstberatung

Interessierte Hauseigentümer haben die Möglichkeit, sich frei für einen Architekten oder eine Architektin zu entscheiden, die eine Erstberatung zur Umgestaltung durchführen. Die Kosten für die Erstberatungen werden mit bis zu 400 Euro über ein Förderprogramm des Ministeriums für Landesentwicklung finanziell unterstützt. Die Aktion läuft mindestens bis 2026. Alle Informationen zum Förderprogramm sind hier abrufbar: www.wohnraumoffensive-bw.de/praemienkatalog/beratungspraemie

Der Förderbetrag wird den Teilnehmern nach erfolgreicher Erstberatung durch den GVV Donaueschingen zurückerstattet. Bedingung ist, dass die Beratungen in einem Protokoll dokumentiert werden und der Förderantrag spätestens sechs Monate nach der Erstberatung eingereicht wird.

Interesse geweckt? So ist der Ablauf

Interessierte können sich jetzt über das Programm informieren und ihre Kontaktdaten hinterlassen. Das Umweltbüro Donaueschingen beantwortet gerne Fragen und unterstützt bei den ersten Schritten.

Anfragen sind zu richten an Jens Fröhlich (Telefon: 0771 17516368, Email: jens.froehlich@gvv-umweltbuero.de)

Um die Suche nach einer passenden Architektin oder einem Architekten zu erleichtern, hat das Umweltbüro eine Liste mit Fachleuten aus der Region zusammengestellt, die Erstberatungen übernehmen. Diese Liste stellen wir nach der Kontaktaufnahme gerne zur Verfügung.

Sobald ein/e Architekt/in  gefunden ist, wird ein Termin für eine Erstberatung vor Ort vereinbart und Hausbesitzer sollten sich auf diesen Termin vorbereiten: Neben eigenen Ideen und Wünschen sind vor allem wichtige Dokumente wie Baupläne für eine zielführende Beratung unerlässlich.

Die Kosten für die unverbindliche Beratung tragen die Hauseigentümer/innen zunächst selbst. Bis zu 400 Euro aus dem Förderprogramm werden später über das Umweltbüro zurückerstattet.

Zum Start des Projekts fand am Donnerstag, 22. Mai, ab 18 Uhr im Hotel Grüner Baum in Donaueschingen-Allmendshofen ein Informationsabend zum Wohnraumprojekt statt.

Referentin Christa Gnann hat das Projekt in der Gemeinde Bodnegg im Kreis Ravensburg betreut und berichtete vor rund 20 Interessierten über den Ablauf und ihre Erfahrungen. Das Projekt war in ihrer Gemeinde ein großer Erfolg. Es gab 72 Hausbegehungen mit Architekten. Acht Eigentümer hatten einen Umbau zum Projektende bereits umgesetzt, neun planten einen zeitnahen Umbau und 17 hatten sich das für die Zukunft vorgenommen.

Wie solch ein Umbau konkret aussehen kann, hat der erfahrene Architekt Günter Limberger vom gleichnamigen Architekturbüro in Grüningen den Anwesenden in seinem Beitrag anhand einem Beispiel aus der Praxis nachgezeichnet.  

Für die Themen Finanzierung und Fördermittel stand an diesem Abend Andreas Schacherer den Anwesenden Rede und Antwort. Er ist Leiter des Bereichs Baufinanzierung bei der Sparkasse Schwarzwald-Baar und hat schon viele ähnliche Projekte begleitet.

Um auch die Menschen in Bad Dürrheim und den Ortsteilen anzusprechen, haben das Umweltbüro und die Stadt Bad Dürrheim am Dienstag, 21. Oktober, ab 19.30 Uhr alle Interessierten in den Friedrich-Arnold-Saal im Haus des Bürgers nach Bad Dürrheim zu einem Infoabend eingeladen.

Architekt Wolfgang Selbach aus Ravensburg berichtete von seinen Erfahrungen: Wie können Häuser aufgeteilt werden? Welche Vorteile bringt das für Eigentümer und Wohnungssuchende? Welche Beispiele gibt es schon? Oft reichen schon kleine Maßnahmen, um viel zu bewirken.

Im Anschluss gab Michael Weber vom Institut für Stadt- und Regionalentwicklung (IfSR) Einblicke in weitere Bausteine der Wohnraumoffensive Baden-Württemberg sowie in das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR), die Kommunen und Eigentümern weitere Fördermöglichkeiten bieten.

Zwischen den Vorträgen und am Ende gab es ausreichend Gelegenheit, Fragen zu stellen und ins Gespräch zu kommen.

Mit diesem Projekt möchte das Umweltbüro Eigentümer/innen der Region ermutigen, ihr Haus an die heutigen Wohnbedürfnisse anzupassen und zugleich neuen Wohnraum in unserer Region zu schaffen. Gemeinsam möchten wir aus „alt“ etwas Neues schaffen – für eine lebendige und nachhaltige Zukunft in der Region.

Dass dieses Konzept funktioniert, zeigt ein Blick in den Landkreis Ravensburg. Im Gemeindeverwaltungsverband Gullen mit 14.000 Einwohnern war das Projekt ein großer Erfolg, das Interesse enorm. Insgesamt verzeichnete die Projektverantwortliche Christa Gnann von der Gemeinde Bodnegg 81 Anfragen.

Diese führten zu 72 abgerechneten Begehungen zusammen mit Architekten. Die Beratungen dauerten dabei von eineinhalb bis acht Stunden. Bis zum Ende des Projektes im Jahr 2024 hatten acht Eigentümer den Umbau bereits umgesetzt, neun planten den Umbau in naher Zukunft und 17 hatten sich das für die Zukunft vorgenommen. Lediglich bei sechs Beratungen kam heraus, dass das Haus nicht für einen Umbau geeignet ist. Bei acht Gebäuden stand der Bebauungsplan einem Umbau entgegen.

Alle Infos zum Projekt „Aus Alt mach zwei“

  • Neuaufteilung von Wohnraum bringt viele Vorteile

    Infoabend zu Wohnraumprojekt „Aus Alt mach zwei“ lockt einige Interessierte in das Haus des Bürgers in Bad Dürrheim. Eine Aufteilung von Wohnraum kann eine nachhaltige Lösung für vielerlei Probleme sein und Eigentümer profitieren von Fördermitteln. Interessierte können sich nachträglich melden.

  • Wohnraum verkleinern hat viele Vorteile

    Donaueschingen / Hüfingen / Bräunlingen – Die Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen ist riesig. Andererseits bleibt vorhandener Wohnraum häufig ungenutzt. Gründe für ungenutzte Wohnflächen sind vielfältig.  Hier setzt das Umweltbüro Donaueschingen an und bringt das bewährte Wohnraumkonzept „Aus Alt mach 2“ … Weiterlesen