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Bei klirrender Kälte wurde im Januar 2019 bei Neudingen im Gewann „Im Brühl“ ein neues Stillgewässer mit einer Fläche von etwa 2000 m² angelegt.

Um das Gewässer herum erstrecken sich extensiv genutztes Grünland sowie feuchte Hochstaudenfluren und Seggenbestände. Zwischen Stillgewässer und der ca. 500 m entfernten Donau erstreckt sich der Brühlgraben, der bei dieser Gelegenheit entschlammt und stellenweise aufgeweitet wurde.

Dieser Verbund aus Feucht- und Nass-Lebensräumen bietet eine Grundlage für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, welche an solche Lebensräume gebunden sind.

Bei früheren Kartierungen in diesem Gebiet festgestellte Arten sind verschiedene gefährdete Vogelarten wie Rohrammer, Eisvogel, Teichrohrsänger, Kormoran und Braunkehlchen. Weiterhin wurden hier unter anderem Grasfrosch, Sumpfgrashüpfer und Wanstschrecke gefunden.

Im Sommer 2019 wurde im Rahmen einer Exkursion durch die Umweltgruppe Südbaar in Zusammenarbeit mit dem Umweltbüro die Erstellung des Gewässers erläutert und die aktuelle Entwicklung des Stillgewässers und der umliegenden Flächen besichtigt.

Durch die Zerstörung natürlicher Auen in den letzten Jahrzehnten fehlen Stillgewässer. Damit fehlen zum einen Lebensräume und erschwerend kommt hinzu, dass die letzten verbleibenden Lebensräume oft so weit voneinander entfernt sind, dass viele Populationen zunehmend isoliert werden und damit der genetische Austausch unterbrochen oder zumindest stark beeinträchtigt ist.

Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, wurde das interregionale Projekt „Kleingewässer für die Bodenseeregion – Netzwerk für Artenvielfalt und Umweltbildung“ mit 10 Projektpartnern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ins Leben gerufen. Koordiniert wird das über mehrere Jahre laufende Projekt durch die Bodenseestiftung.

Gefördert wurde das interregionale Projekt mit Mitteln der EU aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung und durch das Interreg-Programm „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein 2014-2020“.

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