Unkraut gibt es nicht. Das Umweltbüro unterstützt die Stadtbotanik-Aktion Krautschau, bei der Freiwillige mit Kreide Wildpflanzen in urbanen Umgebungen beschriften, um so mehr Bewusstsein für die Gewächse im urbanen Raum und für die Bedeutung von Natur in den Städten zu schaffen.

Zwischen Pflastersteinen, an Mauerritzen, am Straßenrand oder in Schlaglöchern – dort, wo viele Menschen meist nur „Unkraut“ vermuten, wächst in Wirklichkeit eine beeindruckende Vielfalt an Wildpflanzen. Beachtung und Anerkennung findet dieses tapfere Grün meist aber nicht. Im Gegenteil: „Unkraut“ ist vielen Menschen ein Dorn im Auge, das es zu bekämpfen gilt.
Genau hier setzt die Stadtbotanik-Aktion Krautschau an. Sie soll mehr Bewusstsein für die Präsenz von Wildpflanzen im urbanen Raum und für die Bedeutung von Natur in den Städten schaffen und der Pflanzenblindheit vieler Menschen entgegenwirken. So wird das Phänomen bezeichnet, Pflanzen in der eigenen Umgebung nicht im Detail und bewusst wahrzunehmen.
Hinter dem Konzept steckt die Annahme, dass wenn man den Namen einer Pflanze kennt, man sie plötzlich mit ganz anderen Augen sieht. Ein japanisches Haiku bringt es wunderbar auf den Punkt:
„Ich sah ein Unkraut.
Man nannt‘ mir seinen Namen –
nun fand ich es schön.“
Krautschau-Idee kommt aus Frankreich
Die Krautschau-Idee wird dem französischen Botaniker Boris Presseq zugeschrieben. Er soll 2019 den Einfall gehabt haben, Mauerritzen- und Pflasterfugenpflanzen erst zu bestimmen und dann deren Namen mit Kreide auf die Straße zu schreiben. So simpel, wie wirkungsvoll.
Von Frankreich aus über England schaffte es die Aktion nach Deutschland, wo sie sich längst etabliert hat. Neben bundesweiten Aktionstagen findet die Krautschau vor allem in den Sozialen Medien – Hashtag „#Krautschau“ oder „#MehrAlsUnkraut“ – viele freiwillige Unterstützer. Auch Naturschutzorganisationen wie der BUND fördern das Projekt: 👉 https://www.bund.net/krautschau
Mitmachen ist denkbar einfach
Alles was man beim nächsten Spaziergang durch die Stadt benötigt, sind ein Stück Kreide, eine Pflanzenbestimmungs-App oder ein Bestimmungsbuch. Dann kann es auch schon losgehen.
Entdeckt man ein interessantes Gewächs, schreibt man nach der Bestimmung einfach den Namen mit Kreide daneben. Fertig. Die Pflanze wird ab diesem Zeitpunkt garantiert viel mehr Blicke von Passanten auf sich ziehen. Das Ziel der Aktion ist erreicht.
Aber Vorsicht: Sicherheit geht immer vor! An befahrenen Straßen und anderen gefährlichen Stellen bitte keine Pflanzen mit Kreide markieren.
Krautschau auf der Baar?
Bislang sind dem Umweltbüro noch keine Krautschau-Aktionen in Donaueschingen, Hüfingen, Bräunlingen oder Bad Dürrheim bekannt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Wir würden uns freuen, wenn sich Bürger der Region an der Aktion beteiligen. Sobald irgendwo Beschriftungen auftauchen, werden wir darüber berichten. Hinweise und Bilder zu Pflanzen-Beschriftungen gerne per Mail an info@gvv-umweltbuero.de schicken. Außerdem planen wir, im Frühling selbst auf Krautschau zu gehen.
Hier können Sie sich noch ein Erklärvideo anschauen:
