Am Samstag, 7. März 2026, trafen sich Mitglieder von „Bad Dürrheim blüht auf“ und der Interessengemeinschaft „Streuobstfreunde Ostbaar“ mit dem Hobbypomologen Dr. Dominik Schnerch in den Räumen der Kurgärtnerei, um eigene Streuobstbäume herzustellen.

Bilder: Kathrin Schwab
Ein Streuobstbaum besteht aus einer sogenannten „Unterlage“. Dies ist eine wüchsige Sämlingssorte, die durch ein kräftiges Wurzelwachstum zu einer stabilen Verankerung im Boden und zu guter Wasser- und Nährstoffaufnahme führt.
Gute Voraussetzungen, um zukünftigen Witterungs- und Klimakapriolen zu trotzen. Als Unterlage wurde die Sorte „Bittenfelder Sämling“ verwendet, die im Obstbau als einer der besten Stammbildner gilt. Apfelbäume auf solch robusten Unterlagen haben eine Lebenserwartung von 100 – 150 Jahren.

Nun sollten die Obstbäume veredelt werden. Bei der Veredelung werden zwei Obstbaumsorten zusammengebracht. Es handelt sich hierbei um ein vegetatives Vermehrungsverfahren. Bei einer Aussaat von Apfelkernen wären die Sorteneigenschaften aufgrund der genetischen Neukombination nicht vorhersagbar.
Zur Veredlung werden Edelreiser benötigt, die dann mit der Unterlage verbunden werden. Dr. Schnerch hatte eine große Auswahl an Edelreisern von klassischen Streuobstsorten mitgebracht, z.B. Goldparmäne, Gewürzluiken oder Sonnenwirtsapfel.
Die Edelreiser sind einjährige Triebe der Edelsorte, die im Vorjahr gewachsen sind. Sie steuern die gewünschten Sorteneigenschaften wie Geschmack, Fruchtfarbe oder Krankheitsresistenz bei.

Edelreis und Unterlage werden jeweils schräg geschnitten, so dass die Schnittstellen exakt aufeinanderpassen. Die Verbindungstelle wird mit einem Gummiband fixiert.
Anschließend wird das Edelreis auf drei „Augen“ (= Knospen) zurückgeschnitten und alle Schnittbereiche werden mit Baumharz gut abgedichtet.

Mit Hilfe scharfer Messer wagten sich dann die Teilnehmer an die Veredlung und somit an die Produktion von eigenen Bad Dürrheimer Streuobstbäumen.
Bis zum Pflanztermin im Herbst werden die jungen Bäumchen vom Team der Kurgärtnerei betreut. Ihren Platz werden sie auf Streuobstwiesen, hauptsächlich auf der Ostbaar, finden.
