Als eine der ersten drei Städte bundesweit hat Donaueschingen die erste Stufe des Programms Kom.EMS zero erreicht. Damit schafft die Stadt eine systematische Grundlage, um Treibhausgasemissionen zu senken sowie Energie und Kosten einzusparen. Ziel ist die klimaneutrale Verwaltung bis 2040.

Bild: Stadtverwaltung Donaueschingen
Donaueschingen – Wie kann eine Stadtverwaltung ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten und Schritt für Schritt klimafreundlicher werden? Donaueschingen geht diese Aufgabe systematisch an: Die Stadt hat die erste Zertifizierungsstufe des Programms Kom.EMS zero erreicht. Gemeinsam mit Villingen-Schwenningen und Pirna gehört sie damit zu den ersten drei Städten in Deutschland, die diese Auszeichnung erhalten haben.
Das kostenfreie Verfahren wurde von den Landesenergieagenturen aus Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen entwickelt. Es unterstützt Kommunen dabei, ihre Treibhausgasemissionen zu erfassen, Einsparpotenziale zu erkennen und konkrete Maßnahmen zu planen. Dabei geht es nicht nur um einzelne Gebäude, sondern um viele Bereiche des kommunalen Alltags: von Schulen, Sporthallen und Rathäusern über die Straßenbeleuchtung und den Fuhrpark bis hin zur Wasserver- und Abwasserentsorgung.
„Die Zertifizierung in der Stufe ‚Start‘ freut uns. Sie bestätigt, dass wir beim Klimaschutz unserer Verwaltung systematisch vorgehen. Jetzt gilt es, die nächsten Schritte konsequent umzusetzen und unsere Fortschritte regelmäßig zu überprüfen“, sagt Oberbürgermeister Erik Pauly.
Erneuerbare Energien nutzen und Stromkosten senken
Dass sich Investitionen in erneuerbare Energien lohnen, zeigen die städtischen Photovoltaik- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Im Jahr 2025 erzeugten sie zusammen rund 470.000 Kilowattstunden Strom – etwa 70 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein großer Teil davon wurde direkt vor Ort verbraucht. Dadurch sparte die Stadt rund 100.000 Euro an Stromkosten; hinzu kamen Einnahmen aus der Einspeisung ins öffentliche Netz. Viele weitere spannende Details können Sie im Energiebericht für das Jahr 2025 nachlesen.
Auch das Parkschwimmbad profitiert inzwischen von Sonnenenergie: Die im Juni 2026 in Betrieb genommene Photovoltaikanlage erzeugte von Juli bis September rund 20.000 Kilowattstunden Strom. Etwa 72 Prozent davon konnten direkt vor Ort genutzt werden. Damit deckte die Anlage in diesem Zeitraum knapp 30 Prozent des Stromverbrauchs der Schwimmbadtechnik ab.
Weitere Einsparungen sind bei der Beleuchtung möglich. In den kommenden Jahren sollen unter anderem Beleuchtungsanlagen in Schulen auf LED umgestellt werden. Auch die Straßenbeleuchtung wird schrittweise modernisiert: Rund 60 Prozent der etwa 4.000 Leuchten im Stadtgebiet sind bereits mit LED-Technik ausgestattet. 2027 sollen weitere 600 Leuchten umgerüstet werden, für 2028 ist eine weitere Maßnahme geplant.
Klimafreundlich unterwegs
Auch im Fuhrpark setzt die Stadt auf Alternativen zum herkömmlichen Auto. Seit Juni 2026 stehen den Beschäftigten im Rathaus zwei E-Bikes für kurze und mittlere Dienstwege zur Verfügung. Damit wurden seither weit über 500 Kilometer zurückgelegt – Fahrten, bei denen sonst ein Dienstwagen zum Einsatz gekommen wäre.
Darüber hinaus sind bereits vier rein elektrisch betriebene Fahrzeuge für die Verwaltung im Einsatz: zwei Pkw, ein Stadtlieferwagen und ein Transporter. Die vorhandene Ladeinfrastruktur bietet eine gute Grundlage, um den Fuhrpark schrittweise weiter umzustellen.
Ein langfristiger Plan für das Ziel 2040
Die genannten Beispiele sind einzelne Bausteine eines umfassenden Vorhabens. Auf Grundlage der CO₂-Bilanz der Stadtverwaltung wurden detaillierte Transformationspläne für Gebäude, Infrastruktur und Fuhrpark erarbeitet. Dazu gehören beispielsweise der Austausch älterer Heizungen, energetische Gebäudesanierungen, eine bessere Dämmung, die Optimierung von Heizungsanlagen und der weitere Ausbau erneuerbarer Energien.
Kom.EMS zero hilft dabei, diese Maßnahmen systematisch weiterzuentwickeln, nach ihrer Wirkung und Wirtschaftlichkeit zu bewerten und die Fortschritte regelmäßig zu überprüfen. Mit der ersten Zertifizierungsstufe ist dafür ein wichtiger Anfang gemacht. Das langfristige Ziel bleibt eine treibhausgasneutrale Stadtverwaltung bis zum Jahr 2040.
